Šiloturist/ Šilo & Baška

1 2 3 4 5 6 7 8
Sie sind hier » Home » Baška » Kulturerbe

Kulturerbe


Die kroatische glagolitische Tradition gehört mit Sicherheit zu wichtigsten Segmenten der Kulturgeschichte Kroatiens. Während alle anderen slawischen Völker spätestens im 12. Jahrhundert die glagolitische Schrift (Glagoljica) verlassen haben, benutzten die Kroaten diese traditionelle Schrift bis zum 19. beziehungsweise 20. Jahrhundert, obwohl sie schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts immer mehr von der lateinischen Schrift verdrängt wurde.

Die glagolitische Schrift (Glagoljica) tritt in zwei Formen auf: als runde oder bulgarische und eckige oder kroatische Glagoljica. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist sie im 9. Jahrhundert entstanden, als Originalwerk des Philosophen Konstantin, der mit Hilfe dieser Schrift die Kirchenbücher in die altslawische Sprache übersetzte.

Im Jahr 1851 entdeckte Petar Dorčić, der junge Priester aus Baška, im Boden der frühromanischen Kirche der Hl. Lucia in Jurandvor in der Nähe von Baška eine große Steintafel, die mit den glagolitischen Zeichen beschrieben war. Den Text auf der Tafel war für die damaligen Wissenschaftler von großer Bedeutung. Die Tafel von Baška wurde zu einer wichtigen Informationsquelle über die Entwicklung der kroatischen glagolitischern Schrift, sowie der kroatischen Sprache und Kultur. Sie bestätigte die Existenz eines kroatischen Staates von Anfang an, es wurde der Name des kroatischen Königs Zvonimir erwähnt und die Nordgrenze seines Königreichs auf der Insel Krk dokumentiert.

Die Tafel wurde im Jahr 1934 in die Akademie für Wissenschaft und Kunst nach Zagreb überstellt, wo sie auch heute aufbewahrt wird, als das Denkmal vom unschätzbaren Wert für die kroatische Kultur und das Schrifttum. In der Kirche der Hl. Lucia befindet sich heute ihre Kopie, die Kirche selbst und der teilweise restaurierte Klosterkomplex ziehen zahlreiche Besucher an.



Um die Wichtigkeit der Tafel von Baška, dem Symbol des kroatischen Schrifttums, zu betonen, startete man in Baška das Projekt mit dem Titel Der Weg der glagolitischen Schrift in Baška, das erfolgreich durchgeführt wird. Bis jetzt wurden zwei Bildhauerworkshops abgehalten, an denen junge, noch unbekannte Studenten der Maler- und Kunstgalerien aus Kroatien und anderen europäischen Ländern teilnehmen. Zweiunddreissig Skulpturen aus Stein von der Insel Krk, von denen jede einen Buchstaben der glagolitischen Schrift trägt, wurden entlang des Thales von Baška aufgestellt, vom Aussichtspunkt auf der Anhöhe Treskavac bis zu der kleinen Kirche der Hl. Lucia in Jurandvor und dem zentral gelegenen Stein in Baška. Entlang des Weges der glagolitischen Schrift bildet die ursprüngliche, natürliche Vitalenergie des zauberhaften Thales von Baška mit der Tafel, der Wiege des kroatischen Kultur und des Schrifttums, eine harmonische Einheit.

Autochthone volkstümliche Baukunst

Spezifische autochthone Baukunst ist die Folge des mühsamen Alltags der Inselbewohner, deren Existenz früher auf der Landwirtschaft und Schafzucht aufgebaut war. .
Mehrere Generationen von Menschen haben in mühseliger Arbeit versucht auf dem steinigen Boden mitten in einer Steinhalde kleine fruchtbaren Flächen zu schaffen. Dabei haben sie die Steine aus der Erde herausgeholt und einfach aufeinander gereiht, ohne Mörtel oder andere Bindungsmitteln. So hat sich diese uralte Bautechnik entwickelt. Mit diesen eigenartigen, ungleichmäßigen Mauern, die von den Inselbewohnern Gromača genannt werden, wurden kleinere fruchtbare Flächen eingezäunt. Auf diese Art konnte verhindert werden, dass die fruchtbare Erde vom Regen weggespült wird und dass die Tiere an den bestellten Flächen einen Schaden anrichten. Mit den Steinmauern wurden auch die Weiden eingezäunt, sowie die Grenzen zu den Nachbarn markiert. Eine Besonderheit der Insel Krk sind die so genannten Mrgars, riesige Flächen an denen die Schafe versammelt werden Diese Flächen sind mit den Steinmauern, die die Form einer Blume haben eingezäunt. Diese Steinformen, die sich besonders an den steinigen Anhöhen oberhalb des Thales von Baška erhalten haben, sind eine echte Zierde und prägen das hügelige Landschaftsbild von Baška.